Jan 25 2012
Geschäftsmodell
So geht es auch: in der Online-Ausgabe eines großen Wochenmagazins beklagt der Arbeitgeberpräsident steigende Kosten für die Pflege und Google liefert die Anzeige zum Lamento. Business as usual…
(Zi)
Jan 25 2012
So geht es auch: in der Online-Ausgabe eines großen Wochenmagazins beklagt der Arbeitgeberpräsident steigende Kosten für die Pflege und Google liefert die Anzeige zum Lamento. Business as usual…
(Zi)
Jan 19 2012
Offener Brief eines Krankenpflegers zum Jahr der Pflege - Bitteschön:
Sehr geehrte Damen und Herren Volksvertreter,
es trägt sich in jüngerer Vergangenheit zu, dass die Aufgaben des Gesundheitsministers, der wohl einer der Hauptansprechpartner zu diesem Thema ist, häufiger wechselt als dem Bürger lieb sein kann. Heute wende ich mich deshalb mit diesem offenen Brief an Sie.
Im deutschen Gesundheitswesen krankt es sehr. Es herrschen dringend verbesserungsbedürftige Zustände. Als Politiker eines anderen Ressorts werden Sie nun vielleicht denken: “Ha! Das geht mich doch gar nichts an.” Doch! Schließlich tragen Sie zumindest ebenso viel Verantwortung für das Gelingen von Gesellschaft wie der durchschnittliche Bürger. Den fordern Sie immer wieder dazu auf Verantwortung für sich, die Umwelt und seine Mitmenschen zu übernehmen und einen Beitrag zu leisten, damit Deutschland als Ganzes funktionieren kann. Sicherlich werden Sie darum, in Anbetracht Ihrer besonderen gesellschaftlichen und politischen Position und Verantwortung, als privilegierte Diener des Volkes, gerne beitragen.
Das Jahr der Pflege (2011) haben Sie nun wohl “erfolgreich” hinter sich gebracht. Es ist zumindest vorüber. Darum jetzt, Anfang 2012, eine kleine Rückmeldung. Continue Reading »
Jan 17 2012
(NORDWEST) Ach ja, da schwappt aus Brüssel wieder etwas in die Republik und dann schmerzt es auf einmal doch, dass man Mitglied in einer Gemeinschaft ist. Weil die Europäische Union das Beruferecht vereinheitlichen will, soll auch in Deutschland zukünftig ein zwölfjähriger Schulbesuch der Pflegeausbildung vorausgehen. Das nennt sich “Harmonisierung der Mindestausbildungsverordnung” und dient unter anderem der beruflichen Mobilität von Pflegenden - die wohl in Deutschland nur beschränkt gefördert wird. Gerade die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes Pflege haben nach einer gezielten Zuwanderung von Pflegenden nach Deutschland gerufen - und es sind die selben, die nun vor einer Vergleichbarkeit der Pflegeausbildung in Europa warnen. Deutschland ist eines der letzten Länder, das einen Zugang zur Pflegeausbildung mit zehn Schuljahre ermöglicht.
Und auch die Bundespolitik stemmt sich gegen die Europäische Forderung, allen voran Pflege-Nicht-Minister Daniel Bahr. Und wider besseren Wissens spricht dieser in aller Öffentlichkeit, man müsse auch Haupt- und Realschülern die Möglichkeit eröffnen, eine Pflegeausbildung zu wählen. Vom Pflegeabi ist die Rede, vom zukünftigen Nachwuchsmangel und von den falschen Signalen.
Mit Verlaub, Herr Minister, Sie liegen falsch - denn es handelt sich ausdrücklich nicht um das Abitur, der Zugang für Haupt- und Realschüler ist keinesfalls verwehrt und die falschen Siganle kamen in den zurückliegenden Jahren ausschließlich von der Politik. So hat z.B. die Absenkungen der Zugangsvoraussetzungen auf das Hauptschulniveau nicht den erwarteten Run auf die Pflegeberufe ausgelöst.
Es ist überraschend, mit welcher Konsequenz in Deutschland einer ganzen Berufsgruppe die Weiterentwicklung verwehrt wird. Das hat zwar für die Pflegeberufe eine gewisse Tradition, schmerzt aber dennoch. Wie erfrischend ist es da, neben all den alten Säcken und Besitzstandswahrern junge Leute zu wissen, die trotz aller Steine, die im Weg liegen, ihren Optimismus nicht in die Schranken weisen. Das macht Mut, dass sich die Widerstände überwinden lassen. Wie zum Beispiel die Studierenden der Pflegewissenschaft, die bei Deutschland Radio Wissen in dieser Woche den Programmschwerpunkt abbilden - und mittendrin die Arbeitsgruppe Junge Pflege im DBfK. Europa - wir kommen…(Zi)
Jan 16 2012
(NORDWEST) Die Arbeitsgruppe Junge Pflege im DBfK Nordwest schreibt erneut den Junge Pflege Preis aus. In diesem Jahr ist der Wettbewerb der Selbstpflege von Auszubildenden der Pflegeberufe gewidmet. Mit einem Beitrag zum Thema „STOPP! Jetzt pflege ich mich selbst.“ können die Wettbewerbsteilnehmer insgesamt 2.000 EUR gewinnen. Präsentiert werden die Gewinnerbeiträge am 15. Mai auf dem Junge Pflege Kongress in Duisburg. Anmeldeschluss ist der 01. Februar – der Bearbeitungszeitraum endet am 01. April 2012.
Und wer mehr darüber erfahren möchte, schaut am Besten direkt bei den jungen Leuten vorbei - das geht ja auch im Internet. (Zi)
Jan 05 2012
Wir wünschen allen LeserInnen und Besuchern unseres Blogs ein gutes und erfolgreiches Jahr 2012 - und wünschen uns, dass Daniel Bahr hier auch mal vorbeischaut. Da Minister Bahr aber sehr viel andere Dinge zu tun hat, kann es bis zur Erfüllung unseres Wunsches etwas dauern. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit halt mit der eigenen Lektüre, z.B. im Blog von Georg Paaßen, der sich die Mühe gemacht hat, aktuelle Aussagen von Bahr mit denen von Amtsvorgänger Philipp Rössler von vor zwei Jahren zu vergleichen. Überschreiben ist der Beitrag mit “Außer Spesen nichts gewesen” - und dem ist nichts hinzuzufügen. (Zi)
Dez 30 2011
Dass Dequalifizierungsströmungen in der Pflege nicht neu sind, wurde mir bewusst, als mir heute beim Aufräumen das Werk “Die wirtschaftliche und soziale Lage der Krankenpflege in Deutschland” aus dem Jahre 1924 in die Hände fiel. Auf Seite 21 ist unter der Überschirft “Die soziale Herkunft der Krankenpflegepersonen” zu lesen: “Es ist eigentümlich, dass das gebildete Frauenelement im allgemeinen nur spärlich zur Krankenpflege übergegangen ist. (…) Leider melden sich heute viele gescheiterte Existenzen, die am allerwenigsten für die Krankenpflege geeignet sind, denn es ist eine alte Erfahrung, dass das Nervensystem solcher Personen mehr oder minder mangelhaft ist. ” Und wie die Politik heute immer wieder Programme auflegt, um schwer vermittelbare Arbeitssuchende in der Pflege, vornehmelich in der Altenpflege, unterzubringen, so gab es ähliche Ambitionen offenbar schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Georg Streiter, der Verfasser des soeben zitierten Werkes, führt aus: “In der Zeitschift Das Sanatorium (1907, Nr. 20) fand sich folgende, bisher noch nicht übertroffene Anzeige: Für einen Heilgehilfen suchen wir Stellung in einem Krankenhause oder anderswo. Derselbe ist 27 Jahre alt, evangelisch, ledig, dreimal mit Gefängnis vorbestraft und verbüßt jetzt drei jahre Zuchthaus wegen Diebstahl, Betrug, Unterschlagung und Urkundenfälschung. Entlassung aus der Strafhaft den 17. Juni. Führung gut. Er hat sich sehr zu seinem Vorteil verändert.”
Hoffen wir, dass uns die demografische Entwicklung nicht dazu führt, dass diese Anzeige eines Tages übertroffen wird!
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen geschmeidigen Rutsch aus dem Jahr dern Pflege! (Dru)
Dez 07 2011
Puh, das ist ja still hier geworden. Nun soll das nicht heißen, dass wir hier nichts mehr machen - wir sind nur mit so vielen anderen Sachen beschäftigt, viel Energie fließt im Moment in die Pflegekammer. Und dann ist es ja auch immer so, dass sich im Herbst die Veranstalter überschlagen und man kaum noch zum Luft holen kommt. Wir sind also durch das Land getourt, haben informiert, ausgestellt, moderiert, verhandelt, referiert, Stellung genommen und und und… Nun wollen wir nicht jammern, so ist das eben im Jahr der Pflege und es gibt schlimmeres für eine politische Organisation, als viel zu tun zu haben.
Nov 01 2011
(OLDENBURG i.H.) Gerade hat man noch Geburtstag gefeiert und sich über die sehr gute MDK-Benotung gefreut - nun wird die Diakoniestation in Oldenburg i.H. zu Grabe getragen. Die Kosten für den Betrieb der Sozialstation seien zu hoch, um den 20 Mitarbeiterinnen den Kirchentarif zu zahlen, wie im Zeitungsartikel mitgeteilt. Fachkräftemangel, hohe gesetzliche Anforderungen und ein finanzielles Verlustgeschäft haben am Ende zu der Entscheidung des Kirchenvorstandes Ostholstein geführt, die Station zur Mitte des kommenden Jahres zu schließen. Pflege lohnt sich eben nicht mehr. (Zi)
Sep 28 2011
Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung macht gerade eine Serie über die Pflege und den “drohenden” Pflegenotstand. Von wegen “drohender” Notstand - DBfK-Geschäftsführer Michael Huneke (Nordwest) findet deutliche Worte für die fortgesetzte Ignoranz die Situation der Pflege in Deutschland gegenüber betreffend:
Hier „droht“ nichts, der Pflegenotstand ist seit vielen Jahren unser ständiger Begleiter. Pflegende kompensieren seit vielen Jahren das ständige Versagen der Politik. Nur um es deutlich zu diffferenzieren: In der Politik wird Pflegenotstand als Form des Personalmangels begriffen. Tatsächlich meint Pflegenotstand aber eine „innere Not“ der Pflegefachperson, welche in der Arbeitsrealität erkennt, dass sie nicht die Pflege praktizieren kann, welche eigentlich für den betreuten Menschen wichtig wäre. Das führt auf Dauer entweder zur „Erkaltung“ oder zum „Burnout“; in jedem Fall lässt sich die therapeutische Beziehung zum Patienten so nicht aufrecht erhalten.
Continue Reading »
Aug 02 2011
Man mag ihm kaum widersprechen - Prof. Dr.med.Dr.phil.Dr.theol.h.c. Eckhard Nagel weist ein beeindruckende Vita aus und hat sich im Leben und im Studium mit den wichtigsten Themen unserer Zeit befasst. Als Transplantationsmediziner ist er in seiner täglichen Arbeit mit Tod und Sterben konfrontiert - als Philosoph und Theologe befasst er sich auch über den stofflichen Körper hinaus mit dem Dasein im Diesseits und Jenseits. Er hat eine Einstellung zu seinen Arbeits- und Interessengebieten und das ist auch sein gutes Recht. Auch - oder gerade - wenn diese nicht die Zustimmung anderer finden. Dass trotz aller kontroveser Diskussionen ärztliche Sterbehilfe nicht den auf Wunsch verabreichten Tod meint, ist nachvollziehbar. Aber es wirkt verstörend auf einen Pflegenden, wenn Nagel den ärztlichen Anteil an der Begleitung Sterbender umschreibt mit der körperlichen Pflege, dem Lindern von Hunger- und Durstgefühlen, dem Abwenden von Übelkeit, Angst und Atemnot. Gleichzeitig gehe es um menschliche Zuwendung, seelsorgerischen Beistand und die erklärte Bereitschaft, den Sterbenden und seine Angehörigen niemals allein zu lassen. Kein Wort von den Pflegenden - schlimmer: nicht nur kein Wort, Nagel spricht den Pflegenden mit seinen Worten irgendwie die Zuständigkeit und die Kompetenz ab, Menschen beim Sterben zu begleiten. Wie kann das sein? Wie kann es sein, dass ein in diesen Lebensbereichen so geschulter Mann alles ignoriert, was in den zurückliegenden Jahren aus der pflegerischen Tätigkeit an Zuwendung und Profession im Bereich der Hospiz-Arbeit und der Palliativpflege entwickelt wurde? Wie kann die vertiefte Empathie, die vielen Pflegenden so eigen ist, so wenig Beachtung finden? Es wäre zu einfach, Nagel schlicht Ignoranz zu unterstellen. Ist es vielleicht so, dass wir schon so runtergewirtschaftet wurden, dass er am Ende auch doch ein bisschen Recht hat? Man ahnt eine Antwort und will es eigentlich gar nicht wissen…(Zi)