Sep
01
2010
(MÖNCHENGLADBACH) Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hält die Kontrolle der Alten- und Pflegeheime in NRW für unzureichend. Das Ministerium bereitet eine Eingreiftruppe gegen Missstände in der Pflege vor. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens will damit auf die schweren Pflege-Pannen in zwei Mönchengladbacher Heimen reagieren, berichtet die Rheinische Post. “Die Vorfälle zeigen, dass das bisherige System aus Kontrolle und Bewertung von Pflegeheimen offenbar unzureichend ist”, sagte die Grünen-Politikerin unserer Redaktion. Auch der Pflegeexperte der Union im Bundestag, Willi Zylajew, fordert nach den Fällen in Mönchengladbach häufigere Kontrollen. “Jedes Heim muss fünf mal im Jahr unangemeldet überprüft werden”, sagte Zylajew. “Das ist das schärfste Schwert, das wir haben. Gute Heime können nichts dagegen haben.” Einen gesetzgeberischen Handlungsbedarf sieht er allerdings nicht. Der Pflegeexperte bemängelte grundsätzlich, dass in vielen Heimen zu wenig qualifiziertes Personal arbeite.
Dazu hier eine Stellungnahme des DBfK Nordwest:
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Aug
30
2010
(NORDWEST) Das haben wir uns anders vorgestellt: Auf fachlich qualifizierte Pflege wird offensichtlich nur dann Wert gelegt, wenn sie zu Dumping-Löhnen zu haben ist. An uns Auszubildende und Studierende der Pflege richtet sich das klare Signal, dass wir mit unserem Fachwissen nur erwünscht sind, wenn wir uns unter Wert bezahlen lassen.
Anders ist nicht zu verstehen, dass sich der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter in der Pflege (BpA), Bernd Meurer, dafür ausspricht, ausländische Pflegende nach Deutschland zu locken, anstatt in vernünftige Rahmenbedingungen in Ausbildung und Berufspraxis zu investieren. Hat nicht die neue Gesundheitsministerin Nordrhein-Westfalens, Barbara Steffens, zum Amtsantritt erklärt, der Pflege-Notstand sei hausgemacht?
Wir fordern deshalb im Gegenzug, dem Pflegenachwuchs während der Ausbildung Dänisch-Sprachkurse anzubieten. Wir kennen den Wert unserer Ausbildung, und in Dänemark wird die Praxisbezogenheit der deutschen Ausbildung hoch geschätzt. Wir bieten Herrn Meurer daher an, Platz für Greencard-Pflegende zu machen und dort zu arbeiten, wo Pflege den gesellschaftlichen Stellenwert hat, der ihr zusteht.
Kontakt:
AG Junge Pflege im DBfK Nordwest e.V.
Lister Kirchweg 45, 30163 Hannover
Aug
19
2010
Die Bundesärztekammer plant, ihr Berufsrecht beim Thema Sterbehilfe zu liberalisieren. Doch die Diskussion geht in die falsche Richtung.
Bei der Diskussion um die Liberalisierung des Berufsrechts der Ärzte zeichnet sich eine fatale Entwicklung ab: es bedarf viel weniger die Veränderung des Berufsrechtes als die der gelebten Kultur. Diese wird geprägt durch ärztliches Selbstverständnis und den daraus entwickelten Sprachgebrauch. Der Berufsordnung in der aktuellen Fassung steht ein Gelöbnis voran, dessen Kernaussage lautet: „…gelobe ich , mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen…. ich werde jedem Menschenleben Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meiner ärztlichen Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden“.
Damit ist alles wesentliche gesagt. Die Menschlichkeit, die Würde des Menschen, wie sie im Grundgesetzt genannt wird, ist Maßstab für alles ärztliche Handeln. Die ungeheure Machbarkeit durch technische Entwicklungen der letzten Jahrzehnte lassen scheinbar vergessen: der Mensch ist sterblich. Einem sterbenden Menschen mit Ehrfurcht zu begegnen bedeutet aber, dass man ihn in seinem Sterben akzeptiert. Diese Akzeptanz scheint immer mehr verloren zu gehen. Das Sterben wird zum Erzfeind erklärt und der Kontext scheinbar immer mehr außer Acht gelassen. Es wird solange gekämpft, bis man -zumindest fürs erste- gesiegt hat oder sich die Niederlage unausweichlich abzeichnet. „Therapieabbruch“ heißt der Rückzug vom Schlachtfeld in der Medizinersprache. Das Wort ist fatal – weniger in seiner Konsequenz bezogen auf den Sterbenden, sondern in dem, was es mit den beteiligten Menschen macht. Das Wort impliziert Versagen, Rückzug, Einsamkeit, Sinnlosigkeit. Es beschreibt nicht, was es eigentlich meint: eine Therapiezielveränderung. Das Therapieziel ist nun nicht länger die „Heilung“, sondern, das Leben bis zum letzten Atemzug menschlich zu begleiten und es im Akzeptieren des Sterbens zu würdigen. Ohne Widerspruch zur ärztlichen Berufsordnung, mit gleichem gemeinschaftlichen Engagement. Continue Reading »
Aug
18
2010
(HANNOVER) Die niedersächsische Gesundheitsministerin Özkan hat sich nun auch der Pflege zugewandt. Nach dem Pflegepaket, das bereits 2008 angekündigt wurde, soll nun ein Ideenwettbewerb herausragende Beispiele guter Pflege prämieren. Diese sollen anderen als Vorbild dienen. Die Gewinner erhalten eine Förderung in Höhe von 50.000 EUR und einen schicken Titel. Die Bewertung, ob es sich bei dem eingereichten Beitrag um ein Beispiel guter Pflege handelt, wird dem Landespflegeausschuss in die Hand gelegt. Der setzt sich in seiner aktuellen Form aus Vertretern der Arbeitgeber- und Wohlfahrtsverbänden, der Kostenträger, der Politik und Gewerkschaften und der Ärztekammer (!) zusammen. (Zi)
Aug
10
2010
(NORDWEST) Man sei sich der sozialen Verantwortung den Patienten und auch den Mitarbeitern gegenüber bewusst und orientiere sich daher konsequent an den Bedürfnissen dieser - mit diesen Werten präsentiert sich der Klinik-Betreiber AMEOS der Öffentlichkeit. Sind diese Werte am Ende das Papier nicht wert, auf dem sie stehen (resp. den Webspace, den sie blockieren)? Das lässt zumindest ein Beitrag des Magazins Monitor ahnen, der eine ganz andere bedürfnisorientierte Praxis aufgreift: AMEOS wird im Beitrag vorgeworfen, befristete Arbeitsverträge von Pflegenden nicht verlängert zu haben und diese statt dessen - nach Auslaufen der Verträge - als Leiharbeiter zu einem erheblich geringerem Lohn am selben Standort weiter beschäftigt zu haben. Die Bedürfnisse, die im Vordergrund stehen, scheinen dann doch eher die der Aktionäre zu sein. (Zi)
Dank an Ulf für den Hinweis
Aug
09
2010
(DÜSSELDORF) Dejavue - vor exakt zwei Jahren (!) hat der DBfK Nordwest im Interview mit der Rheinischen Post zur bedrohlichen Personalsituation in einer Uni-Klinik bereits darauf hingewiesen, dass die Probleme der Kliniken auch darauf zurückzuführen sind, dass Ausbildungsplätze in der Pflege abgebaut wurden und nun der Nachwuchs fehlt. Dass sich an dieser Situation seitdem nicht viel geändert hat, lässt sich nun aus der Bemerkung der neuen Gesundheitsministerin in NRW, Barbara Steffens (Grüne), ablesen: Der Pflegenotstand ist hausgemacht. (Zi)
Aug
03
2010
(HANNOVER) Es muss weiter gespart werden: in Niedersachsen sollen die Krankenhäuser im kommenden Jahr mit vier Millionen EUR weniger zurecht kommen. Das berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Demnach habe sich das Kabinett in einer Haushaltsklausur auf einen strammen Sparkurs geeinigt und die Bettenpauschale für gut 41.000 Krankenhausbetten in Niedersachsen gekürzt. Von der Streichliste betroffen sind zudem auch die Bildung und die Behindertenhilfe. Das Land will in den kommenden fünf Jahren zudem 1.900 Stellen aus den eigenen Reihen streichen. (Zi)
Jul
27
2010
(KÖLN) Den Deutschen ist die Pflege nichts Wert - das geht aus einem Diskussionspapier des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung hervor. Während Deutschland in der Rangliste der über 65-Jährigen Einwohner nach Japan den zweiten Platz belegt, stellen nur die Briten und die Spanier noch weniger Geld für Pflege zur Verfügung. Lediglich 0,9% des Bruttoinlandsproduktes werden hierzulande für Pflegeleistungen ausgegeben - in Schweden sind es 3,5% des BIP, die in die Pflege investiert werden.
Das Diskussionspapier ist auf der Homepage des WIP-PKV als PDF verfügbar. (Zi)
Jul
26
2010
Dr. Katja Diegmann-Hornig, Vorsitzende des Bundesverbands unabhängiger Pflegesachverständiger und Pflegeberater (www.bvpp.org), hat für alle mit Pflegeeinstufung befassten und davon betroffenen Menschen unter dem Titel “Sozialgerichtsbarkeit - Erweiterung des § 109 Abs. 1 Sozialgerichtsgesetz im Hinblick auf Begutachtung vom 05.07.2010 (Pet.-ID 12921)” eine Petition beim Deutschen Bundestages eingereicht. Das Sozialgerichtsgesetz (SGG) sah bisher vor:
§ 109 SGG [Anhörung eines bestimmten Arztes]
(1) Auf Antrag des Versicherten, des Behinderten, den Versorgungsberechtigten oder Hinterbliebenen muß ein bestimmter Arzt gutachtlich gehört werden.
Der Paragraph soll nun um den Zusatz „oder eine Pflegefachkraft mit akademischem Abschluss“ ergänzt werden, so dass er dann lauten würde:
(1) Auf Antrag des Versicherten, des Behinderten, den Versorgungsberechtigten oder Hinterbliebenen muß ein bestimmter Arzt oder eine Pflegefachkraft mit akademischem Abschluss gutachtlich gehört werden.
Der BVPP ruft auf, dieser Petition zustimmen, da die positive Entschiedung nicht nur für den Berufsstand und die Refinanzierung von Pflegeleistungen in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen wichtig sei, sondern auch für jeden Menschen, der vor Gericht um eine Pflegeeinstufung streitet.
Zur Petition
Nachtrag:
Thorsten schrieb:
Hier der direkte Link zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=12921
Vielen Dank, Admin
Jul
21
2010
Rösler reformiert den Hausärzten die Honorare runter, die Ausgaben für Gesundheit steigen trotz aller Bemühungen immer mehr, die Akteure werden nervös - und die Ärztezeitung freut sich in der Rubrik “Praxis und Wirtschaft” über das neue Scheidungsrecht und schämt sich dann noch nicht mal, tumbe Geschlechterklischees zu bedienen? Die kriegen wohl doch zu viel Kohle…(Zi)