Petition gegen Abbau der Zugangsvoraussetzung

(NORDWEST) Der Bundestag hat kürzlich einer Gesetzesänderung zugestimmt, die für die berufliche Pflege von fataler Bedeutung ist. Künftig können Hauptschulabsolventen nach 10 Schuljahren unmittelbar in die Pflegeausbildung eintreten.
Ehedem galt die Regelung, dass für den Zugang zur Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege/Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Altenpflege die mittlere Reife oder ein Hauptschulabschluss und eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung mit einer vorgesehenen Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren notwendig seien.  Damit waren die Zugangsvorrausetzungen in Deutschland bereits niedriger, als in den meisten anderen europäischen Ländern.  Nun ist der Zugang noch weiter gesenkt worden – Deutschland gerät im internationalen Vergleich ins Abseits. Dabei  stand der Pflegeberuf immer schon auch den Hauptschulabsolventen offen – nach einer vorherigen Qualifizierungsphase, z.B. einer Schule zum/zur SozialassistenIn oder einer Ausbildung in der Kranken- oder Altenpflegehilfe. Dieser Qualifizierungsschritt wurde nun unterwandert.

Nach Einschätzung der überwiegenden Mehrzahl der Pflegenden, vieler Gesundheitsexperten und -politiker und der Pflegeberufsverbände setzt die Politik mit dieser Entscheidung ein falsches Signal. Dies ist kein Beitrag zur Lösung der Probleme der Pflegeberufe, sondern der Versuch, strukturelle Defizite in der Schulbildung über Berufsgesetze zu kompensieren.

Mit einer Petition sollen die Abgeordneten dazu bewogen werden, über das Gesetz erneut nachzudenken. Die Petition kann Online  oder mit Unterschriftenlisten unterstützt werden. Die Mitzeichnungsfrist endet am 22.09.2009

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3 Kommentare zu Petition gegen Abbau der Zugangsvoraussetzung

  1. Unterzeichnet! Fertig!

    admin:
    Vielen Dank dafür- und reichlich weiter erzählen!

  2. Silvia Dieckmann sagt:

    Die bisher recht zögerliche Bereitschaft die Petition mitzuzeichnen lässt verschiedenste Ursachen vermuten. Zum einen ist es offensichtlich recht schwierig die Pflegenden überhaupt zu erreichen. Nur wenige sind in Berufsverbänden oder ähnlichem organsiert und auch nur ein erschreckend kleiner Anteil ließt regelmäßig Fachzeitschriften, so dass viele gar nicht oder nur unzureichend über die Petition überhaupt informiert sind. Und wenn sie es dann doch geschafft haben auf die Seite des Petitionsausschusses zu gelangen scheitert sicherlich auch der einen oder andere am Text der Petition aus dem nicht unbedingt auf Anhieb hervorgeht was der Petent denn eigentlich erreichen möchte ,was auch aus der Diskussion im angeschlossenen Forum hervorgeht . Andere wiederum können sich doch nicht entschließen mitzuzeichnen ( man will ja schließlich niemanden diskriminieren ) oder sind der Ansicht dass es für die Pflege dringendere Probleme gibt. All dem könnte man mit mehr und vielleicht auch noch anders gestreuten Informationen begegnen und versuchen zu überzeugen.
    Was kann man aber machen bei den vielen ,auf die ich in den letzten Wochen gestoßen bin , die eigentlich überzeugt sind vom Sinn und Zweck der Petition , die ehrlich empört erscheinen über die Gesetzessänderung ,und die eigentlich auch unbedingt mitzeichnen wollen und es dennoch nicht tun.
    Typisch Pflegekraft möchte man meinen. Schimpfen, klagen jammern aber bloß nicht aktiv werden und sei es nur mit einer Unterschrift, die weder etwas kostet noch in irgendeiner Form weh tut. Was aber steckt dahinter? Einfach nur Trägheit ? Ein Gefühl von Machtlosigkeit aufgrund der im Alltag gemachten Erfahrungen? Desinteresse ? Politikverdrossenheit ? Oder einfach nur Resignation? „Selbst wenn die Gesetzesänderung zurückgenommen würde meinst Du es würde etwas ändern?“ Das ist die Frage mit der ich immer wieder konfrontiert wurde in den letzten Wochen.
    Ja ich bin überzeugt es würde sich etwas ändern. Und sei es nur, dass die Politik endlich begreift das die Geduld der Pflegenden nicht unendlich ist.
    In diesem Sinne nicht aufgeben jede Stimme zählt
    Silvia Dieckmann

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