Hannoversche Allgemeine Zeitung: Caritas feuert Pflegehelferin

(HANNOVER) Ausgerechnet ein Stück Teewurst wurde einer Mitarbeiterin der Caritas Seniorendienste in Hannover zum Verhängnis – von der fetthaltigen Rohwurst nahm sich sich nämlich etwas, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe von heute berichtet. Und weil die Wurst den Bewohnern vorbehalten sei,  habe sie mit ihrem Vergehen das Vertrauen ihres Arbeitgebers untergraben. Und das so tief, dass dieser sich zu einer Entlassung der Pflegehelferin genötigt sah. Da hilft es auch nix, dass laut Leitbild die Mitarbeiterinnen der Caritas Seniorencentren deren wichtigstes Kapital seien. Und Caritas nutzt auch nix – auf keinen Fall in Hannover. (Zi)

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Ein Kommentar zu Hannoversche Allgemeine Zeitung: Caritas feuert Pflegehelferin

  1. Silvia Dieckmann sagt:

    Diese Kündigung reiht sich nahtlos ein in eine Reihe von Kündigungen wegen Bagatellvorwürfen. Wobei man sagen muss die rechtliche Lage ist eigentlich eindeutig – Diebstahl ist Diebstahl, dabei ist der Wert des gestohlenen Gutes relativ unerheblich.
    Trotzdem ist es doch auffällig, dass es sich hier bei den Gekündigten immer um Mitarbeiter handelt, bei denen eine ordentliche Kündigung schwer bis gar nicht möglich ist. Zumeist ältere langjährige Mitarbeiter oder, wie hier in diesem Fall eine schwerbehinderte Kollegin, die unter besonderem Kündigungsschutz steht .Und deshalb werden dann aus Bagatellen , die zumeist vorher auch noch stillschweigend geduldet wurden bzw. wenn dann allenfalls mit einer Anmahnung geahndet wurden , Gründe für eine außerordentliche Kündigung konstruiert um diese Mitarbeiter loszuwerden und sie durch jüngere und damit zumeist billigere zu ersetzen. Dass die Caritas sich da in die Reihe der Arbeitgeber einreiht verwundert nur auf den ersten Blick, denn meiner Erfahrung nach sind auch Wohlfahrtsverbände und kirchliche Einrichtungen als Arbeitgeber oftmals nicht sozialer eingestellt als andere Träger.
    Heute nun in der „KielerlNachrichten“ eine kurze Notiz, die Kündigung wurde auf Druck von verschiedenen Politikern zurückgezogen. „ Man wolle nicht allein nach juristischen Kriterien handeln „ Kommt eigentlich ein bisschen spät die Einsicht ,und auch nicht so ganz freiwillig, und ist für mich damit auch nicht wirklich glaubwürdig.


    admin
    Zumal – um im juristensprech zu bleiben – der Sachverhalt des Diebstahls von der Caritas als unstrittig bezeichnet wird und man sich das mit der Kündigung noch mal aus Fürsorge und vor dem Hintergrund der eigenen christlich-diakonischen Werte überlegt habe. So wie vor kurzem, als die MitarbeiterInnen eben dieser Einrichtung vor kurzem auf eben diesem Wege von der Notwendigkeit erheblicher Lohneinbuße überzeugt wurden?

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