Warum eigentlich verkaufen wir uns so oft selbst unter Wert?

Als ich heute morgen – noch halb verschlafen – den niedersachsenweiten Radiosender FFN hörte, traute ich meinen Ohren nicht. Ein Zuhörer wurde von den beiden Moderatoren Franky und Sarah unter anderem gefragt, welchen Beruf er ausübt. Er antwortete darauf: Das ist eher unspektakulär, ich bin Altenpfleger.

Warum ist das unspektakulär? Und für wen eigentlich? Für den Zuhörer selber, für ihn als Mann, oder trifft das seiner Meinung nach für die gesamte Berufsgruppe zu? Und was ist dann spektakulär? Kampfmittelräumer? Feuerwehrmann? Stuntman? Muss man gleich sein Leben gefährden, um von anderen Achtung im Beruf zu bekommen? Warum stehen wir nicht endlich mal zu unserer Berufswahl? Leisten wir in der Pflege nicht ebenso „Spektakuläres“?

Franky hat dies jedenfalls schon erkannt, denn er würdigte prompt voller Hochachtung die Fähigkeiten von Altenpflegern. Klasse Franky! (CZ)

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kolumne und getaggt als . Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

3 Kommentare zu Warum eigentlich verkaufen wir uns so oft selbst unter Wert?

  1. Erinnert mich an einen älteren Artikel von mir von Mai diesen Jahres: http://weblog.hundeiker.de/item-1884.html

    Die in TV und Regenbogenpresse dargestellte Pflege scheint sensationeller zu sein. Der Allteg aber ist vielleicht nicht sensationell, aber ungleich spannender.

  2. Philipp sagt:

    Mein Reden. Immer noch verkaufen zu viele von uns sich unter Wert! Beliebter Dialog auf Station:
    Patient mit Geld in der Hand: Danke Schwester! Hier, für Ihre Kaffeekasse.
    Schwester: Das war doch nicht der Rede wert…

    Natürlich war es das!
    Ich weiß zwar auch, warum das Pflegepersonal gerne abwiegelt, aber kein Kellner käme auf die Idee, seine eigene Arbeit so abzuwerten.
    Wir brauchen mehr Selbstbewusstsein!

  3. oz sagt:

    pflege braucht selbstbewusstsein. wie wahr. selbstbewusstsein bekommt frau/man aber nicht geschenkt. das muss mann sich schon selbst erarbeiten und sollte es nicht nur „franky“ überlassen, diese verdiente wertschätzung auch auszudrücken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.