Zunehmende Bürokratie als Belastungsfaktor der Pflegenden

(BREMEN) Was in der ambulanten Pflege wirklich zählt – Zu diesem Thema lud der ambulante Pflegedienst PflegeImpulse in Kooperation mit dem DBfK Nordwest am 24. Januar 2011 ins Haus der Wissenschaft in Bremen ein. Professor Petra Weber von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg machte in ihrem Fachvortrag deutlich, dass die sogenannten Pflegenoten nur einen sehr kleinen Teil dessen beleuchten, was die Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste leisten. „Eine erfahrene Krankenschwester in der ambulanten Pflege erkennt sehr schnell, was einem Patienten in der aktuellen Situation helfen könnte und sieht dabei nicht nur körperliche, sondern auch soziale und psychische Aspekte. Diese Kompetenz hat nichts mit der Einhaltung von formalen Qualitätsstandards oder mit einer akribischen Pflegedokumentation zu tun.“, so Petra Weber.
Jörg Lorenz, Inhaber des ambulanten Pflegedienstes PflegeImpulse und selbst ausgebildeter Gesundheits- und Krankenpfleger, berichtete über die Erfahrungen, die er in seinem Pflegedienst bezüglich der Prüfanforderungen gemacht hat, die der Benotung zugrunde liegen: „Meine Mitarbeiter haben den Begriff „Dokumententerror“ geprägt. Bei den Qualitätsprüfungen geht es fast ausschließlich um die Dokumentation. Wir versuchen immer wieder, unseren Mitarbeitern zu vermitteln, dass ein wesentlicher Teil ihrer Leistung nicht schriftlich zu erfassen ist und dass sowohl ich als Arbeitgeber als auch unsere Pflegekunden gerade diese Art der Qualität schätzen.“
Zunehmende Bürokratie stellt einen der wesentlichen Belastungsfaktoren beruflich Pflegender dar, insbesondere in der ambulanten Pflege, berichtet Patricia Drube vom DBfK Nordwest. Gerade angesichts des sich zuspitzenden Fachkräftemangels in der Pflege muss hier dringen gegengesteuert werden. Der DBfK sieht seinen Beitrag unter anderem darin, Pflegefachkräfte darin zu unterstützen, selbstbewusst zu ihrer Professionalität zu stehen und sich nicht jeder neuen bürokratischen Anforderung zu fügen. Nicht alles, was in Prüfungen als schriftlicher Nachweis gefordert wird, ist fachlich gerechtfertigt. (Dru)

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