Wer ist hier die Interessenvertretung?

Dass wir uns für die Errichtung einer Pflegekammer engagieren, ist sicher kein großes Geheimnis. Das ist auch kein Selbstzweck, sondern Ergebnis eines Meinungsbildungsprozesses im Berufsverband und einem daraus resultierendem Mitgliederentscheid. So machen wir das eben.

Nun treten all die auf den Plan, die in bester verschwörungstheoretischer Manier Behauptungen vor sich her tragen, VerbandsfunktionärInnen suchten sich bei ihrem Engagement nur ein laues und sicheres Pöstchen in der Pflegekammer – als wäre die Kammer ein Selbstbedienungsladen, in dem jeder einen Sessel bekommt, der/die nur laut genug schreit. Und falls jemand glaubt, irgendetwas im Umfeld von Pflege könne angesichts der zu erwartendem Herausforderungen mit dem Atrtribut „lau“ versehen werden, der hat nun wirklich nichts verstanden.

Aber mit einer realitätsnahen Wahrnehmung ist es bei vielen Diskutanten rund um die Pflegekammer wohl eh nicht weit her. Da liegt uns z.B. ein Schreiben des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) an Landtagsabgeordnete aus Niedersachsen vor, in dem die ablehnende Haltung zur Pflegekammer begründet wird. Das kommt nicht so überraschend, ist der bpa doch ein Arbeitgeberverband – und die scheuen oft eine solidarische Pflege wie der Teufel das Weihwasser. In der Argumentation des bpa wird im Wesentlichen das vom Sozialministerium in Auftrag gegebene Rechtsgutachten wiedergekäut.

In schieres Erstaunen versetzt uns allerdings der im Schreiben erhobene Anspruch, die Interessen der Pflegenden zu vertreten. Also, der Verband, der den demografischen Wandel durch Zuwanderung für zu beherrschen hält, dem die Sprachanforderungen an im Ausland rekrutierten Pflegenden nicht so wichtig sind, der eine Anpassung der deutschen Pflegeausbildung an europäische Bedingungen ablehnt?

Das allein ist schon Grund, für die Pflegekammer zu sein…

 

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2 Kommentare zu Wer ist hier die Interessenvertretung?

  1. Uwe sagt:

    Die in der Headline gestellte Frage: „Wer ist hier die Interessenvertretung?“ bleibt auch nach dem Lesen des Posts völlig unbeantwortet. Oder soll mir suggeriert werden, das es der DbfK ist welcher als „Die Vertretung professionell Pflegender“ in der bundesdeutschen Pflegelandschaft gilt. Dieser Anspruch scheint weit hergeholt wenn man sich vor Augen führt das der DbfK nur ca 1,8 Prozent aller in der Pflege tätigen vertritt.
    An den Diskussionen um die Personaldebatte im Bezug auf die Stellenbesetzungen bei der bayrischen Pflegekammer ist der DbfK nicht ganz Unschuldig insofern die Präsidentin aus euren Reihen kommen soll.
    Seit Jahren frage ich mich auf was sich der führende Anspruch des DbfK gründet, welcher von ca. 1,2 Millionen in der Pflege tätigen Menschen gerade einmal 21 Tausend vertritt. Um Politik zu machen bedarf es mehr. Und wenn anders denkende verteufelt werden anstatt den Dialog mit ihnen zu suchen um sie von „meinen“ Positionen zu überzeugen, dann, ja dann wird es auch in den nächsten Jahren nichts mit meinem Beitritt zum DbfK

  2. admin sagt:

    1.) DBfK
    2.) Gibt es einen Beleg für die Behauptung, der DBfK lanciere seine Präsidentin? Den hätten wir gerne.

    Danke

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