Unbeliebter Pflegeberuf

(BREMEN) Geahnt hat man es – die Uni Bremen hat es jetzt untersucht: die Pflegeberufe haben ein Imageproblem. Zumindest gilt das für Schülerinnen und Schüler, die vor der Wahl eines Ausbildungsberufes stehen. Nur 1,9% der Jungen  und 10,4% der Mädchen an allgemeinbildenden Schulen können sich vorstellen, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Deutliche Unterschiede gibt es auch bei den Schulformen. So kämen für 11,4% der Hauptschüler ein Pflegeberuf infrage – aber nur 5,3% der Realschüler und 3,4% der Gymnasiasten würden einen Pflegeberuf wählen. Als Begründung für diese Situation führen die Forscher einen Mangel an Interesse und persönliche Voraussetzungen, aber auch klischeebehaftete Vorstellungen vom Pflegeberuf an. Angesichts des bestehenden und weiterhin drohenden Personalmangels in der beruflichen Pflege bahnt sich mit dieser Entwicklung eine Versorgskatastrophe an, denn in naher Zukunft wird niemand mehr ernsthaft den Pflegenotstand in Frage stellen können. Es ist am Ende auch die fortgesetzte Mißachtung der Warnungen, die Ursächlich für diese Situation ist. Immerhin – die Studie fördert auch zu Tage, dass fast 95% der Auszubildenden in den Pflegeberufen diesen Beruf wieder wählen würden. (Zi)

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Kommentar, News, Presse und getaggt als , , . Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

2 Kommentare zu Unbeliebter Pflegeberuf

  1. Ich würde auch nach so vielen Jahren und trotz aller Probleme NICHTS anderes mache wollen.

  2. Konstanze sagt:

    Die Einstellung gegenüber dem Berufsbild ändert sich immer erst dann wenn Mesnchen auf Hilfe und Pflege selbst angewiesen sind. Die gesellschaftliche Verdrängung von Unwolhlsein, Krankheit und Leid trägt entscheident zum schlechten Image der Pflege bei. Wer beschäftigt sich schon gerne mit Problemen bei der Nahrungsaufnahme, Ausscheidungen, Sputum, dem Verfall eines Menschen etc. Wie bedeudent es im Ernstfall ist kompetente Pflege in Anspruch nehmen zu können, ist in Abwesenheit von Beschwerden unbedeutsam.

    Wir müssen immer gut aussehen um uns vermarkten zu können, dürfen keinen Makel haben um für den Leistungsprozess interessant zu sein.

    Wer gibt schon gerne zu, dass der Mensch „nur“ ein Mensch ist und die Behandlung seiner Leiden Achtung, Zeit und ein angemessenes Gehalt verdient. Das Leid blenden wir aus, wie eine Mülltonne oder wir verkleiden es, damit es nicht so deutlich gesehen wird, denn wer will es schon. Es hat in unserer Gesellschaft nur soweit einen Platz, wie es wieder behebar ist, zugunsten des Leistungeprozesses. Konnte Pflegebedürftigkeit auf Grund guter Pflege verzögert werden, wurden die Pflegepersonen sogar mit finanziellen Leistungskürzungen für die gute Arbeit bestraft. Kann man ein Berufsbild noch viel mehr entwürdigen?

    Nun ja, alle die in der Branchen dennoch mit viel Engagement unterwegs sind, wissen dass das nur einige wenige Worte sind zum „Unbeliebten Beruf“ und den dafür verantwortlichen Hintergrüngen. Wann fangen wir an umzudenken und die Dinge so zu sehen wie sie sind. Sollte dies jemals geschehen, werden die Leistungen der PFLEGE entsprechend gewürdigt werden. Nur darf man sich von der verdienten beruflichen Anerkennung als Pflegekraft derzeit keinesfalls abhängig machen.

    Alle die heute noch über Dich wegsehen, können morgen vielleicht schon sehr nach Dir verlangen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.